Fliegen in der Pfalz, das bedeutet zunächst mal auf verschlungenen Waldwegen, schwitzend den Startplatz per pedes zu erklimmen, in Waldschneisen zu starten auf oft minimalem Raum zwischen unzähligen Bäumen und Weinreben zu landen, 280 Höhenmeter zum Abfliegen zu haben, sprich maximal zwei Chancen Thermik einzukreisen und viele Chancen schnell wieder am Boden zu stehen oder gar in einem der vielen Bäumen hängen zu bleiben, weil der Ehrgeiz das Absaufen nicht zuließ. Halt, Stopp!

Nicht aufhören zu lesen! Denn es gibt mindestens 1000 gute Gründe, eben doch in der Pfalz zu fliegen:

pfalz orensberg 2015 001 540> Schaut euch die Bilder an: Kann s irgendwo schöner sein?

> die vermeintlichen Schwierigkeiten lassen sich minimieren, indem ihr mit Einheimischen fliegt, die ihre Flugberge gut kennen und bereitwillig Auskunft darüber geben, was euch erwartet (Infos auf der Duddefliecher Homepage)

pfalz orensberg 2015 004 540> Auch oder manchmal gerade ein Abgleiter nach dem zu Fuß erreichten Startplatz ist ein besonderes Erlebnis. Die dort gewonnene Aussicht über den Wasgau ist einmalig: Wald, Hügel, Burgen und Sandsteinfelsen in weichem Licht so weit das Auge reicht; einfach großartig!

> Und nirgendwo sonst gibt es so feinen Wein, zu einem bezahlbaren Preis, und nette Kneipen, Weinstuben, Pfälzer Waldhütten und Restaurants wie hier zum Wohlfühlen nach einem Flugtag.

pfalz wein 001 540> Und an manchen Tagen geht’s eben auch richtig gut zu fliegen (Wer mir nicht glaubt, schaut im XC Server nach Flügen am Orensberg)

Die anderen 995 Gründe hier zu fliegen findet ihr am besten selbst raus.

Hier stell ich euch jetzt meinen pfälzer Lieblingsbuckel vor, den Orensberg, auch liebevoll  "de Ori" genannt. Er ist Süd-West ausgerichtet und einer, der eher einfach zu befliegenden Hügel, er sorgt für die meisten Streckenkilometer und Flugzeiten bei den Südpfälzern Gleitschirmfliegern.

pfalz orensberg 2015 026 540Der Startplatz ist eine flache Wiese im Wald, auf der drei Schirme nebeneinander liegen können. Nach einigen Metern kreuzt die Wiese ein kleiner Weg, das sollte aber kein Problem sein, denn bis dorthin sollte man eh abgehoben haben. Wenn man nun nach Osten abbiegt, die gut tragende Kante entlang fliegt bis zum Orensfelsen, kann man dort an thermischen Tagen meist schon den ersten Bart eindrehen.

pfalz orensberg 2015 006 540Und dann blickt man Richtung Westen in die unglaubliche Pfälzer Hügellandschaft und Richtung Osten in die Rheinebene bis rüber in den Odenwald. Wenn man bzw. frau soweit ist, lässt einem der Ori Zeit, sich umzuschauen, immer wieder einzudrehen, anzusoaren und zu entscheiden, ob man einfach dieses Erlebnis genießt oder Richtung Osten (z.B. zum Blättersberg) wegfliegt.

Jetzt stellt sich eine Herausforderung, die praktisch jeder pfälzer Streckenflug mit sich bringt: Wo außenlanden, wenn s net weiter geht? Option 1: Landeplatz Blättersberg. Option 2: Ein Feldweg zwischen all den Weinbergen oder ein Sportplatz, die ca. 5 km in östlicher Richtung liegen. Und wenn s im Flachland viel weiter geht, ist s sowieso kein Problem mehr, da kann man vor oder hinter dem Rhein auf unzähligen Feldern landen. Geht man allerdings auf dem offiziellen Landeplatz landen, gibt s im Dernbachhaus nen guten Schorle, deftige pfälzer Küche und viel Fliegergespräch.

(Jutta)

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Nähere Infos:

Geländehalter: Südpfälzer Gleitschirmclub e.V., www.duddefliecher.de

Wegbeschreibung: Auf der B10 Richtung Pirmasens die Abfahrt Ramberg abfahren. Der Straße folgen und an der folgenden T-Kreuzung rechts Richtung Ramberg/ Dernbach fahren und nach ca. einem Kilometer rechts abbiegen ins Dernbachtal. Am Ortsausgangsschild Dernbach rechts hoch zum Dernbachhaus bis zum Parkplatz fahren.GPS Daten N49°14.787`E`008°00.697

Nächstgelegene Ortschaft: Dernbach

Startplatz: 49° 14’ 25,67" N ; 8° 01’ 34,80" O ; Höhe ca. 550 m (msl)

Landeplatz: 49° 14’ 16,45" N ; 8° 00’ 25,66" O, Höhe ca. 220 m (msl)

Höhenunterschied: ca. 330 m

Notlandeplatz: "Dernbacher Haus": 49° 14’ 46,06" N ; 8° 00’ 44,41" O ; Höhe ca. 260 m (msl)

Zugang zum Startplatz: Grundsätzlich Aufstieg zu Fuß (ca. 40 min.) auf gutem Wanderweg durch den kühlen Wald. Es besteht eine Fahrerlaubnis für nur ein Fahrzeug bis zur Landauer Hütte (etwas mehr als die halbe Wegstrecke), die jedoch nur an Wochenenden gültig ist.